2020 – mein persönlicher Change-Prozess: Die Gründungsstory der Visonelle Markenkommunikation

2020 – was für eine Zahl und was für Erwartungen gefühlt jeder in dieses runde Jahr legte. 2019 endlich hinter sich lassen, Vergangenes schnell abhaken. Einfach voller Power durchstarten, motiviert und mit Elan Projekte, Ideen und Ziele umsetzen. So der Plan der Menschheit. Zumindest für einen Großteil davon. 2020 wird natürlich besser denn je! Auch klar. Der Start in das neue Jahr fing für mich vielversprechend an. Ich wähnte mich sicher in meiner Angestellten-Position als Marketing Managerin. Im Februar feierte ich meinen vierten runden Geburtstag und war rundum happy @Home und im Office…

…und dann kam der März. Ein Monat, der global alles veränderte. Und damit 2020 zu einem Jahr voller Herausforderungen und Veränderungen machte. Für jeden von uns. Nichts ist wie vorher und fieberte man noch im vergangenen Jahr 2020 entgegen, so wünscht man sich in diesem Jahr 2019 schnell zurück. Corona sei Dank!

Keine Sorge: Viel tiefer in das Thema „Corona“ einsteigen werde ich in diesem Beitrag nicht. Auch wenn ich Corona und seine Auswirkungen genauso verfluche wie alle anderen auch, werte ich den Umstand rückblickend als persönlichen Trigger, gewisse Dinge in meinem Leben grundlegend anders zu sehen und vor allem auch verändert zu haben.

Von März bis Mai lief es in meinem Leben eher suboptimal. Erst war der Job weg, dann habe ich ein geliebtes Familienmitglied verloren. Letzteres war hart und schmerzlich. Dann gab es obendrauf noch den Lockdown. Eine Zeit voll Unsicherheit und Fragen – bei jedem von uns. In dieser Situation habe ich meine engsten Familienmitglieder und vor allem auch Freunde um mich herum noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen und schätzen gelernt. Ein starker Zusammenhalt, der trotz Kontaktverbot intensiv spürbar war. Ein sehr wertvolles Gefühl!

Man hat in schwierigen Situationen als Mensch immer die Wahl zwischen „Kopf in den Sand stecken à la Vogel Strauß“ oder aber zuversichtlich nach vorn schauen und überlegen, was man mit seinem Leben weiter anstellen möchte“. Immer daran denkend, dass wir alle ja nur dieses eine Leben haben und damit achtsam und pfleglich umgehen sollten. Ich persönlich bevorzuge immer den Blick nach vorn und möchte auch mit diesem Beitrag dazu motivieren, Ideen und Pläne anzugehen und umzusetzen. Auch wenn vor einem ein großer Berg liegt und man anfangs nicht weiß, wie man jemals an die Spitze kommen soll.

So beschloss ich ab Juni, meinen persönlichen Berg zu erklimmen, der da heißt „Selbstständigkeit“. Ein für mich logischer Plan nach 20 Jahren Erfahrung in meinem Beruf als Marketing- und PR-Beraterin und immer wieder der Vision vor Augen, in diesem Metier irgendwann einmal Unternehmerin zu sein. Jetzt war der Zeitpunkt da und ich spürte dieses „jetzt oder nie“ förmlich. Zugegeben: ich habe mich anfangs auch des Öfteren selbst gefragt, ob ich die Spitze des Berges jemals erreichen werde. Fragen wie „Werde ich Aufträge bekommen“, „Kann ich von der Selbstständigkeit leben“, „Habe ich genug Kohle, um meine Fixkosten zu bezahlen“ tauchen unweigerlich auf. Und jeder, der sich selbstständig gemacht hat oder aktuell in der Gründungsphase steckt, wird sich früher oder später diese Fragen stellen. Zumindest, wenn die Tätigkeit nicht aus Jux und Dollerei ausgeübt wird, sondern eine zwingende Einkommenssicherung dahinter steht. Antworten auf diese Fragen wird es vorher allerdings nicht geben, denn in die Glaskugel kann man nun mal nicht schauen. Nichts ist bei einer Selbstständigkeit sicher – außer selbst und ständig. Das muss man aushalten können. Und vor allem optimistisch und positiv sein und bleiben.

Der Gründungszuschuss

Als arbeitssuchend gemeldeter Bürger gibt es in Deutschland die Möglichkeit, den so genannten Gründungszuschuss zu beantragen. Davon gehört hatte ich zuvor schon mal. Aber ich wusste nicht, was man dafür tun muss. Also sprach ich erstmalig im Juni meinen äußerst netten und hilfsbereiten Arbeitsvermittler von der Bundesagentur für Arbeit in einem persönlichen Telefonat darauf an, dass ich mit dem Gedanken der Selbstständigkeit im Bereich Marketing und PR spiele und fragte ihn nach dem Gründungszuschuss. Flugs hatte ich den Antrag dafür im Briefkasten. Werden folgende Kriterien berücksichtigt, kann man den Gründungszuschuss beantragen:

  • Die Selbstständigkeit wird hauptberuflich ausgeführt
  • Man hat bei Beginn der Selbstständigkeit noch mindestens 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld
  • Eine fachkundige Stelle bescheinigt einem das Geschäftsmodell und die persönlichen Voraussetzungen für eine Existenzgründung. Sprich: man schreibt einen Businessplan inklusive Liquiditätsvorschau für drei Jahre und lässt sich den von der IHK, Bank oder einem zertifizierten Steuerberatungsbüro bescheinigen, bevor man die Unterlagen bei der Bundesagentur gesammelt einreicht.

Wird der Gründungszuschuss bewilligt, erhält man für sechs Monate das zuletzt bewilligte Arbeitslosengeld plus 300 Euro. Übrigens: Alles, was man in dieser Zeit durch Aufträge verdient, wird nicht auf den Zuschuss angerechnet. Tip top. Man hat quasi für ein halbes Jahr ein noch sicheres Standbein. Alle relevanten Infos dazu gibt es auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit hier.

Der Businessplan

Jeder, der sich selbstständig machen möchte, hat eine Idee davon, womit er sich selbstständig machen will. Im Grunde geht es beim Schreiben eines Businessplans darum, alle Details einmal zu Papier zu bringen. Ich hatte zuvor noch nie einen Businessplan geschrieben und auch keinen gesehen. Also habe ich im Internet recherchiert und nach Vorlagen und Checklisten gesucht. Eine gute Übersicht bieten Portale wie

Ich empfehle auch die Online-Broschüre „Gründer Zeiten 07 Businessplan“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Oder man ruft bei der IHK an, die einem Tipps und Ratschläge zum Thema „Existenzgründung“ geben können. Mir persönlich hat diese Gliederung sehr geholfen, die hier zu finden ist.

Bei der thematischen Ausrichtung meiner Selbstständigkeit ist es nicht ganz so kompliziert, wie vielleicht bei der Entwicklung eines Produktes, das man auf den Markt bringen möchte. Ich biete als Marketing- und PR-Beraterin eine Dienstleistung an, kann zunächst gut zu Hause oder an Coworking-Plätzen arbeiten und benötige nicht viel mehr als einen Laptop, ein Handy und insbesondere meine langjährige Erfahrung in diesem Bereich. In meinem Fall handelt es sich um die Kategorie „freiberufliche Tätigkeit“ und ich bin in Sachen Firmenform Einzelunternehmerin. Gründet man beispielsweise eine GmbH, ist es schon wieder komplizierter: Da kommt man um einen Notar und die Einlage von 25.000 Euro nicht herum. Einen Überblick über die verschiedenen Firmenformen in Deutschland gibt es hier.

Ich habe also im Juli meinen Businessplan verfasst mit dem Ziel, dass ich ab 01. September 2020 mit der Selbstständigkeit starte. Für die Abnahme des Businessplans, die Anmeldung beim Gewerbeamt sowie beim Finanzamt habe ich mir in Düsseldorf die Steuerberatungsgesellschaft Trimborn Partner gesucht. Nach einem ersten netten und informativen Telefonat folgte ein Termin, in dem ich meinen ausgearbeiteten Businessplan vorgestellt habe. Da passte glücklicherweise direkt alles und wir haben anschließend gemeinsam die Liquiditätsvorschau für die kommenden drei Jahre entwickelt. Denn ohne die wird der Gründungszuschuss nicht bewilligt.

Mitte Juli hatte ich alle Unterlagen zusammen und habe sie meinem Arbeitsvermittler übergeben. Bereits eine Woche später bekam ich den Bewilligungsbescheid und wusste somit, dass ich ab 01.09.2020 starten kann.

Die Vorbereitungen für meinen Start als Unternehmerin

Für die intensive Vorbereitung meines Kick-offs ab September hatte ich vier Wochen Zeit. Vier Wochen gehen schnell um, also machte ich mir einen Plan, was ich alles benötige und machen muss. Angefangen von der Namensüberlegung für mein Unternehmen bis hin zu dem CD (Corporate Design) und CI (Corporate Identity) waren viele Punkte zu bedenken. Bei mir waren das insbesondere diese:

  • Namensfindung (hat mich insgesamt fast vier Wochen, viele Joggingrunden, Recherchen und Brainstormings mit Familie und Freunden gekostet).
  • Direkt bei der Namensfindung prüfen, ob URL und E-Mailadresse frei sind und bei Auswahl des Namens sofort sichern: das habe ich persönlich bei 1&1 gemacht. Hier geht’s zum Domain-Check von Ionos.
  • Ausfüllen diverser Formulare für die Krankenversicherung als Selbstständige. Hinweis: man kann als Unternehmer:in freiwillig gesetzlich versichert bleiben. Die Höhe der monatlichen Versicherungssumme richtet sich nach dem Einkommen und wird im Verlauf immer wieder angepasst.
  • Man kann auch weiterhin freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Der Beitrag richtet sich ebenfalls nach verschiedenen Kriterien. Einfach bei der Deutschen Rentenversicherung anrufen und beraten lassen. In jedem Fall sollte man für eine Absicherung sorgen. Ob privat oder gesetzlich.
  • Entwicklung eines Logos und einer Wort-Bild-Marke. Ich persönlich finde es wichtig, einen Namen zu haben, mit dem man an die Öffentlichkeit geht. Ich hätte auch als Kristina Materna ohne Firmennamen auftreten können. Ich möchte aber gern langfristig eine Marke aufbauen, mit der sich meine Kunden und meine Zielgruppe identifizieren kann. Bei allen gestalterischen Prozessen hat mich meine Kindheitsfreundin Ilka Dreher unterstützt. Sie ist auch im weiteren Verlauf kreative Partnerin an meiner Seite. Ihre Grafik- und Designagentur wasserzeichen – Markenagentur an der Elbe ist sehr zu empfehlen!
  • Anmeldung der Wort-Bildmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA)
  • Visitenkarte, Briefbogen, Präsentationsvorlagen – all das wurde pünktlich zum Start umgesetzt.
  • Professionelle Fotos von sich für soziale Netzwerke wie LinkedIn und xing, für Präsentationen sowie Eigen-Marketing.
  • Einrichtung eines kleinen Büros zu Hause: das war mir sehr wichtig, denn auf Dauer immer alles aus dem Wohnzimmer wieder wegzuräumen ist etwas nervig. Zum Start habe ich mein kleines feines Büro umgesetzt und bin happy damit.
  • Verfassen einer Pressemitteilung: einen Tag vor Beginn meiner Selbstständigkeit habe ich eine Pressemitteilung verfasst und an die relevanten Marketing- und Kommunikationsmedien in Deutschland verschickt. Es gab schöne Resonanzen darauf. Wen es interessiert, der findet sie hier hier und hier.
  • Website: die ist allerdings noch in Arbeit. Alles auf einmal geht ja nun auch nicht;-)
Das Start-Büro der Visonelle Markenkommunikation. Like a garage?;-):-))

1. September 2020 – ein fulminanter Start für die

Ich bin stolz, dass ich mein noch im Juni nur im Kopf existierendes Vorhaben zielstrebig, fokussiert und in time umgesetzt habe.

Monat eins meiner Selbstständigkeit ging fulminant los: ich freue mich riesig über erste Aufträge des Planungs- und Einrichtungsunternehmen pro office. In NRW sind sie an zwei Standorten präsent: in Mönchengladbach und jüngst mit einem tollen Showroom in der Düsseldorfer Innenstadt. Insgesamt gibt es die pro office-Gruppe an 11 Standorten in Deutschland. Für das Unternehmen darf ich lokale PR-Ideen für die kommunikative Unterstützung von bestimmten Herstelleraktionen entwickeln und umsetzen. Das passt natürlich thematisch optimal, da ich zuvor bereits als Marketing Managerin umfassende Erfahrungen im Interieur-Bereich gesammelt habe. Und von Atelier des artistes (ich hatte vor zwei Jahren einen Blog-Beitrag über das Friseurgeschäft in der Düsseldorfer Altstadt geschrieben) folgten bereits Aufträge für Website-Texte. Ich kann wirklich sagen, dass ich einen tollen Start habe und bin sehr dankbar dafür! Und natürlich hoffe ich und arbeite daran, dass es so gut weitergeht.

Mit der Visonelle Markenkommunikation möchte ich mich zukünftig im Lifestyle-Bereich etablieren. Branchen wie Fashion & Accessoires, Beauty, Healthy Living, Interieur & Design, Food & Beverages, Gastro aber auch Immobilien, Architektur und Kunst zähle ich zu meinen Schwerpunkten. Wer immer in diesem Bereich Unterstützung in Sachen Contententwicklung & Storytelling, Unternehmens- und Produkt-PR sowie Social Media Marketing benötigt, meldet sich sehr gern bei mir. Die Agenturpräsentation mit allen Leistungen und Kompetenzen der Visonelle Markenkommunikation wartet darauf, verschickt zu werden;-)

Ich würde mich freuen, wenn ich dem ein oder anderen mit diesem Beitrag einen kleinen Motivations-Anstoß geben konnte. Probiert euch aus (es muss nicht gleich eine Gründung sein, sondern kann auch etwas sein, dass euch schon lange beschäftigt) , versucht es zumindest. Schief gehen kann immer alles. Aber man fällt irgendwie auch immer wieder auf seine Füße. Bleibt positiv! Ich halte euch auf dem Laufenden, wie es bei mir weiterläuft!

2 thoughts on “2020 – mein persönlicher Change-Prozess: Die Gründungsstory der Visonelle Markenkommunikation

  1. Hallo Christina,

    das liest sich sehr gut und es freut mich sehr, das Du diesen Weg gegangen bist. Mach so weiter

    LG Andreas B.

    1. Kristina says:

      Lieber Andreas,

      ich freue mich sehr, dass Dir die Story so gut gefällt. Ich bin auch sehr happy, dass ich diesen Weg gehe und freue mich auf alles, was kommt. Auf hoffentlich bald mal, liebe Grüße Kristina

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