#TheInnerTrip Folge 2: Zuhören – eine Quelle der Inspiration!

Zuhören bedeutet, sich Zeit zu nehmen. Zeit für sein Gegenüber. Zeit, die im heutigen, meist stressigen Alltag oft nicht vorhanden ist. Oder ist sie es doch und man setzt nur seine Prioritäten einfach anders? So, wie es für einen selbst gerade passt? Das ist natürlich völlig legitim und muss auch jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich habe nur die Tage wieder einmal mehr festgestellt, wie unglaublich inspirierend es ist, einem anderen Menschen bei seiner Geschichte zuzuhören.

Mit „Zuhören“ meine ich, ihm dabei die volle Aufmerksamkeit zu schenken und die eigene Konzentration auf den Gesprächspartner und sein gesprochenes Wort, seine Mimik, Gestik und die Zeilen dazwischen zu fokussieren. Denn nicht nur die Tatsache, sich Zeit für ein Gespräch zu nehmen bedeutet unweigerlich auch, dass man das Gespräch verinnerlicht hat, darüber nachdenkt und sich aus den Inhalten vielleicht auch Ansätze und Learnings für sein eigenes Leben zieht. Beim Zuhören kann man nur gewinnen – das Herz seines Gegenübers und neue Gedankenansätze, die aus dieser Inspirationsquelle entstehen!

Es gibt rund 7,8 Milliarden Menschen auf der Welt. Und jeder hat eine Geschichte zu erzählen – seine Geschichte. Wenn Du mal darüber nachdenkst, wie viele intensive Geschichten kennst Du aus Deinem persönlichen Umfeld? Da sind die Deine Familie, Deine engsten Freunde und vielleicht eine Handvoll entfernterer Bekannter, von denen Du die Lebensgeschichte, oft auch nur im Ansatz, kennst. Dabei begegnen einem in seinen unterschiedlichen Lebensabschnitten so viele tolle Menschen, die spannende und interessante Geschichten zu erzählen haben. Nun gut ich gebe zu, da kommt an dieser Stelle der soziale zwischenmenschliche Aspekt mit ins Spiel. Die eigene Nase, der Instinkt, der entscheidet, ob man jemanden „gut riechen kann“ oder eben nicht. Zu denen, die vermeintlich mit einem selbst auf einer Linie sind, baut man eine engere Beziehung auf, als zu denen, die mit dem eigenen Lebenskonzept so gar nicht übereinstimmen. Und an diesem Punkt kann der Schein gewaltig trügen! Denn oft sind es gerade die Menschen, die einem selbst nicht so ähnlich sind, die einen aber total überraschen. Quasi wie eine Wundertüte.

Ich habe mich in dieser Woche mit einer Weggefährtin, die ich seit rund zwei Jahren kenne, getroffen. In den letzten zwei Jahren hatten wir – beruflich bedingt – Berührungspunkte. Aber diese eigentlich auch nur äußerst dezent, obwohl wir uns immer sympathisch waren. Jetzt, zwei Jahre später, befinden wir uns plötzlich auf einer ganz anderen Ebene. Wir sitzen als Gründerinnen beide im gleichen Boot, umschiffen ähnliche Klippen, profitieren vom gemeinsamen Austausch.

Unser Treffen in dieser Woche dauert drei Stunden. Ich gebe zu, dass ich mich zwischendurch dabei ertappe, über Dinge nachzudenken wie „Du musst noch das und das besorgen, dann dein Kind schnell abholen, die To do’s erledigen und ach ja, was könnte es heute Abend denn eigentlich mal zu essen geben – denn einkaufen muss ich ja auch noch“. Ich merke dabei ziemlich schnell, wie ich gedanklich für Sekunden von den Worten meiner Gesprächspartnerin abschweife und dabei den Faden verlieren könnte. Das ist ja schon mal gut, denn so besinne ich mich darauf, sofort gebannt den Erzählungen weiter zu folgen. Und es sind nicht irgendwelche Erzählungen. Es geht um ihre persönliche Lebensgeschichte der letzten 25 Jahre. Ich spüre von Minute zu Minute, dass ich tiefer darin versinke, Fragen kommen auf, die ich ihr stelle, daraus wieder neue Informationen sprudeln und Thematiken entstehen. Es ist – ohne Übertreibung – spannender als jeder Tatort, denn es ist die Geschichte eines Menschen, die er real erlebt und die ihn geprägt hat.  Wir verabschieden uns und ich gehe völlig fasziniert und voller lodernder Gedanken durch die Stadt. Aus der gehörten Geschichte ziehe ich als Fazit für mich persönlich, dass mutige Schritte im Leben belohnt werden und das das kontinuierliche gemeinsame „an einem Strang ziehen“ eine starke Verbindung schafft – ganz gleich ob privater oder beruflicher Natur.

Für mich als Marketing- und PR-Beraterin ist es immens wichtig, gut zuhören zu können. Den (potenziellen) Kunden in den Mittelpunkt zu stellen und seine Bedürfnisse und seinen Bedarf für das Unternehmen genau zu eruieren. Ich vergleiche es ein bisschen wie eine Anamnese beim Arzt: Der Patient erzählt dem Arzt, er habe Beschwerden in der Bauchgegend. Der Arzt hört ihm in dem Moment nicht richtig zu, weil er gerade mit den Gedanken bei dem Ehestreit mit seiner Frau und der 5 in Mathe seines Sohnes ist, und schaut dem Patienten in den Hals. Ein falscher Ansatz entsteht durch das vorherige Nicht-Zuhören. Das Beispiel mit dem Arzt ist übrigens bewusst überspitzt dargestellt. Es soll veranschaulichen, dass es nicht allein um das bloße Zuhören sondern um die wirkliche Beachtung geht, die der Arzt dem Patienten in dem Moment zu schenken hat. Denn nur durch die Lenkung der persönlichen vollen Aufmerksamkeit auf jemanden, entwickelt man ein Verständnis für die Befindlichkeiten und Bedürfnisse des Gegenübers.

Zuhören und jemandem seine ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken ist keine Kunst. Und es sollte keine Anstrengung darstellen. Es ist die eigene Entscheidung, sich mit seinem Gegenüber temporär intensiv auseinanderzusetzen. Man sollte sich einfach öfter mal bewusst machen, wie inspirierend und spannend so eine intensive Gedankenaustausch-Journey sein kann.

Wann hast Du das letzte Mal so richtig intensiv zugehört? Und welche Learnings hast Du für Dich daraus gezogen? Schreib mir dazu gern in der Kommentarfunktion.

Herzlichst, Deine Kristina Materna

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